Unabhängiges, säkulares Nachschlagewerk zur Geschichte der Glocken. Keine Website des Danilow-Klosters, der Russisch-Orthodoxen Kirche oder der Harvard University; religiöse Beratung bieten wir nicht an.

Grundbegriffe

Grundbegriffe

In Büchern über Glocken und in den Erzählungen von Glöcknern begegnen einem viele besondere Wörter: Blagowest und Treswon, Glockenwand und Glockenturm, Zimbel- und Mittelglocken. In diesem Glossar sind achtzehn grundlegende Begriffe mit kurzen, sachlichen Definitionen versammelt; russische Fachwörter stehen in Umschrift mit Erklärung. Wir erläutern, was ein Wort bedeutet und zu welchem Bereich es gehört – zum Aufbau der Glocke, zum Handwerk des Gießers oder zur Läutetradition –, geben aber keine religiösen Anweisungen dazu, wann und wie zu läuten ist.

Die Wörter der Glöckner sind wie Noten: Solange man sie nicht kennt, klingt das Geläut wie bloßer Lärm – dann tritt eine Ordnung hervor.

— Aus der Redaktion

So ist die Rubrik aufgebaut: Ein Begriff kommt ins Glossar, wenn er in der Literatur über Glocken und das Glockenläuten häufig vorkommt. Die Definitionen sind neutral und beschreibend; religiöse Vorschriften gibt es hier nicht.

A–H

Blagowest
Russisch für das Einzelglockenläuten: gleichmäßige Schläge auf eine einzige Glocke. So läutet man, um Menschen zusammenzurufen und den Beginn eines Ereignisses anzuzeigen.
Blagowestnik
Die Glocke, mit der der Blagowest geläutet wird; meist eine der größten Glocken einer Glockenwand oder eines Glockenturms.
Carillon
Musikinstrument aus einem Satz gestimmter Glocken, das über eine Klaviatur gespielt wird; verbreitet vor allem in Westeuropa, etwa in Flandern und den Niederlanden.
Glockenbronze
Legierung, aus der Glocken üblicherweise gegossen werden. Ihre Zusammensetzung unterschied sich je nach Meister und Epoche und beeinflusste den Klang.
Glockengießer
Handwerksmeister, der Glocken gießt. Die Namen der Gießer wurden oft direkt auf die Glocke gegossen – eine wichtige Quelle für Historiker.
Glockeninschrift
Gegossener Text auf der Oberfläche einer Glocke. Er kann den Namen des Meisters, das Gussjahr, den Auftraggeber und den Bestimmungsort der Glocke nennen.
Glockenprofil (Rippe)
Die Form der Glockenwandung im Querschnitt. Vom Profil und von der Wandstärke hängt der Klang in hohem Maße ab.
Glockenturm
Turm, in dessen oberem Geschoss die Glocken hängen. Er steht frei oder ist Teil eines Gebäudes.
Glöckner
Person, die die Glocken läutet. Die Kunst des Glöckners verlangt ein gutes Gehör, Rhythmusgefühl und Kenntnis der Tradition.

I–S

Kampanologie
Glockenkunde: die Wissenschaft von den Glocken, ihrer Geschichte, ihrem Aufbau, ihrem Guss, ihrem Klang und den Traditionen des Läutens.
Klöppel
Im Inneren der Glocke aufgehängter Schlagstab, der gegen die Wandung schlägt. In der russischen Tradition wird der Klöppel bewegt, während die Glocke stillhängt; in vielen westeuropäischen Traditionen schwingt die Glocke selbst.
Mittelglocken (Podswonnyje)
Glocken mittlerer Größe, die im Geläut zwischen den großen Blagowestniki und den kleinen Zimbelglocken stehen.
Perebor
Läuteart, bei der nacheinander Glocken verschiedener Größe angeschlagen werden, mit je einem Schlag pro Glocke.
Pereswon
Läuteart, bei der das Läuten der Reihe nach von einer Glocke zur nächsten wandert.
Swonniza (Glockenwand)
Bauwerk in Form einer Wand oder Bogenkonstruktion mit Öffnungen, in denen die Glocken hängen.

T–Z

Treswon
Läuteart, bei der viele Glocken verschiedener Größe gleichzeitig erklingen und sich zu einem gemeinsamen rhythmischen Muster verbinden – das festliche Vollgeläut.
Zarenglocke
Glocke, die 1735 von den Meistern Iwan und Michail Motorin gegossen wurde. 1737 brach ein großes Stück von ihr ab; die Glocke hat nie geläutet.
Zimbelglocken (Saswonnyje)
Kleine, hoch klingende Glocken. Auf ihnen spielt der Glöckner das schnelle rhythmische Muster des Geläuts.
  • Historischer Kontext

    Fünf Epochen der Glockengeschichte in Russland – vom Mittelalter bis zur Rückkehr der Glocken zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

  • Texte und Quellen

    Welche Quellen es zur Glockengeschichte gibt und wie man mit ihnen arbeitet: Inschriften, Archive, Zeitungen, Erinnerungen.

  • Häufige Fragen

    Antworten auf häufige Fragen zum Nachschlagewerk, zu Glocken und zum Schicksal der Danilow-Glocken.

Quellen

  • Große Russische Enzyklopädie (Bolschaja rossijskaja enziklopedija)
  • Enzyklopädische Quellen zur Geschichte der Glocken

Das Nachschlagewerk stützt sich auf enzyklopädische Werke und Veröffentlichungen der Harvard University. Gewichte, Anzahlen und Daten einzelner Glocken weichen in verschiedenen Quellen mitunter voneinander ab – wir geben nur geprüfte Angaben wieder und kennzeichnen, wo genaue Daten fehlen.